|
African Adventure - Driving from France to South Africa and back - |
|
1. November 2005 Doch immer hübsch der Reihe nach. In Assuan hatte die Gesellschaft, die das Monopol für die Überquerung des Nasser Stausees hat, tatsächlich zwei Plätze auf einem Ponton für unseren 4X4 und den Zeltanhänger reserviert. |
|
November 1, 2005 -- SUDAN |
Der Spaß für die Reise von Ägypten über den 500 Kilometer langen Lake Nasser kostete die Kleinigkeit von 1 000 Dollar und dabei wurden wir – wie sich bei der Verladung am Hafen herausstellte – kräftig über den Tisch gezogen. Da eine Landverbindung zwischen Ägypten und dem Sudan nicht besteht, bleibt keine andere Möglichkeit der Ausreise aus dem Land der Pharaonen als eben auf dem Wasser. Zunächst mußten wir allerdings bei der Verkehrspolizei unsere ägyptischen Nummernschilder abgeben, die wir bei der Einreise aus Libyen erhalten hatten. Ging alles auch ganz schnell, nur wurde das entsprechende Dokument falsch ausgestellt, so daß wir die Behörde ein zweites Mal aufsuchen mußten. Es blieb uns ein halber Tag, um uns Assuan anzuschauen und ich muß sagen, es ist wirklich eine sehr schöne Stadt – wenigstens der Teil, der am Nil liegt. Wir fanden nahe des Old Nile Hotel einen sehr schönen Park, von dem aus wir den Sonnenuntergang mit Genuß beobachten konnten. Auf dem Nil kreuzten zahlreiche Segelboote – ein eindrucksvolles Bild. Am nächsten Morgen mußten wir bereits um zehn Uhr am Hafen sein, obwohl das Schiff mit den Passagieren und der Ponton erst am Abend ablegten. Erklärung des Schiffsmaklers: Der Zoll will am frühen Nachmittag nach Hause und bis dahin muß alles abgewickelt sein. Was sich am Schiff und an dem in der Nähe vertäuten Ponton abspielte, ist fast unbeschreiblich. Hunderte von Sudanesen rückten mit Trägern und Tonnen von Säcken, Kisten und Bündeln an. Um die besten Plätze für ihre Auftraggeber zu ergattern, verschafften sich die Träger mit Brachialgewalt Zugang zu dem Passagierschiff, das übrigens in den 80-er Jahren in Deutschland gebaut worden war, offenbar als Frachter, denn die Umbauten machten nicht den Eindruck deutscher Wertarbeit. Wir hatten eine so genannte Erste Klasse Kabine gebucht. Darin können zwei Passagiere schlafen und es gibt eine Klimaanlage, die schon vor Ablegen des Schiffes läuft. So hatten wir wenigsten die Möglichkeit, die Wartezeit bis zum Abend einigermaßen komfortabel zu verbringen. Die hygienischen Verhältnisse auf dem Schiff sind damit nicht gemeint, denn die waren übel. Plumpsklo und Dreck überall. Aber wir wollen nicht klagen, denn den Mitreisenden der zweiten Klasse ging es sehr viel übler. Sie waren in zwei mit unbequemen Bänken ausgestatteten Räumen untergebracht, in denen sie sich in qualvoller Enge drängten und in denen es bei einer Außentemperatur von über 30 Grad schrecklich heiß war. Etwas besser waren die dran, die einen Platz auf dem Deck ergattert hatten und dort regelrecht kampierten. Das Schiff war total überfüllt, die Gänge mit Gepäckstücken zugestellt. Gut, dass der Lake Nasser keine allzu hohen Wellen schlägt, so daß wenigstens nicht alles durcheinander purzelte. Die Sudanesen aus dem Norden ihres Landes nehmen die 17-stündige Fahrt mit dem Schiff nach Assuan in Kauf, weil sie dort alles einkaufen können, was sie zum Leben brauchen. Die Straße von Khartum in den Nordsudan ist so miserabel, dass eine Versorgung über Land sehr viel länger dauern würde und sehr viel beschwerlicher wäre. Also wird in Assuan geshoppt, was der Geldbeutel hergibt. Hier nur eine kleine Auswahl von Waren, die auf das Schiff und den Ponton geschleppt wurden: Kartoffeln, Tomaten, Zwiebel, Weintrauben, Eier en masse, Melonen, Äpfel, Kühlschränke, Fernseher, Wolldecken, Töpfe, Pfannen und, und, und .... Wir beobachteten mit zunehmender Sorge, wie nicht nur der Bauch des Pontons, sondern auch das Deck so vollgeladen wurde, dass sie die Säcke und Kisten bereits bedrohlich hoch auftürmten. Und da sollten noch unser Mitsubishi und der Anhänger sowie die Motorräder dreier Mitreisender drauf, die wir von und in Assuan getroffen hatten? Es wurde bereits dunkel, als das Verladen der Fahrzeuge begann. Tatsächlich schuf die Besatzung genug Platz für die fahrbaren Untersätze, die von Waren regelrecht eingekeilt wurden. Und da merkten wir, daß der Schiffsmakler uns kräftig zur Ader gelassen hatte, denn der Anhänger nahm nicht, wie er behauptet hatte, einen ganzen Autostellplatz ein, sondern nur einen halben. Also hatte er uns 250 Dollar zuviel abgeknöpft, wie selbst sein Kollege einräumte, der die Verladung überwachte. Immerhin waren wir wenigstens auf dem Schiff und dem Ponton, denn Abenteuerlustige aus Slowenien und Italien, die keine Reservierung per Internet gemacht hatten, mußten in Assuan zurückbleiben – und die Fähre und das Schiff verkehren nur einmal die Woche. Die Fahrt über den Nasser-See verlief ohne Probleme. Links und rechts weitgehend Wüste mit Hügeln oder auch flach. Am Morgen tauchte bereits im hellen Sonnenlicht der Abu Simbel Tempel auf, den wir vom Wasser aus in seiner ganzen Pracht bewundern konnten. Am Mittag legte das Schiff im sudanesischen Hafen Wadi Halfa an, einem gottverlassenen Nest am südlichen Zipfel des Lake Nasser. Die Passagiere hatten schon lange vorher um die Pool Position für das Verlassen des Schiffes gekämpft. Doch im Sudan herrscht Ordnung. Alles Drängen half nichts: die Passagiere wurden nur einer nach dem andern von Bord gelassen und auch das Gepäck wurde entsprechend langsam ausgeladen. Nach dem Chaos in Assuan direkt eine Wohltat. An Land erwartete uns ein Mitarbeiter der Schiffsagentur, der uns durch den Zoll schleuste und uns zum Nile-Hotel begleitete, das ein sudanesischer Mitreisender spöttisch als Nile Sheraton bezeichnet hatte. Als wir es sahen, wussten wir warum. Das Hotel besteht aus einem einstöckigen Lehmbau mit einigen recht schlichten Zimmern (Sandboden, Plumpsklo und Kübeldusche). Die meisten Gäste schliefen allerdings auf hastig aufgestellten Betten in mehreren Innenhöfen. Wir vertrieben uns die Zeit in Wadi Halfa so gut es ging. Am nächsten Vormittag die frohe Kunde: der Ponton mit unserem Auto ist ebenfalls angekommen. Wir waren froh, denn andere Reisende haben berichtet, dass sie mehrere Tage warten mußten, weil die primitive Fähre unterwegs eine Panne hatte. Das Entladen der Fahrzeuge machte keinerlei Probleme, nichts war beschädigt. Nur der Kapitän hielt danach die Hand auf und wich uns nicht von der Pelle, ehe er mit einem Bakschisch belohnt worden war. Für die Formalitäten beim Zoll mußten wir in brütender Hitze Geduld aufbringen. Es dauerte dreieinhalb Stunden, ehe wir den Zollbereich verlassen und in den Sudan rollen konnten. Inzwischen war es später Nachmittag. Wir verließen Wadi Halfa Richtung Khartum, fuhren aber nur etwa 20 Kilometer weit, weil wir nicht noch eine Nacht im Nile Sheraton verbringen wollten und in unserem komfortablen Zelt weitab von Krach und Hundegebell verbringen wollten. Am nächsten Morgen wurde es ernst. Wir wussten, dass ein Wüstenabschnitt mit 130 Kilometern und dann noch einmal mit 20 Kilometern vor uns lag. Die Straße in der Regel Wellblech, das einen so durchrüttelt, dass man höchstens 15 bis 25 Kilometer in der Stunde schafft. Wir saßen komfortabel in unserem Auto, die Klimaanlage an, damit möglichst wenig Sand und Staub in das Innere eindringen konnte. Nach etwa eineinhalb Stunden Gerüttel stießen wir auf Uli, einen Computerfachmann aus Immenstadt und seinen japanischen Mitfahrer Takeshi, die es sich in den Kopf gesetzt haben, mit dem Rad bis Südafrika zu strampeln. Ich ziehe meinen Hut vor den beiden. Sie quälten sich bei einer Gluthitze durch die bizarre Wüstenlandschaft – bei Temperaturen, die diesen Tag bis auf 48 Grad klettern sollten. Wenig später holten uns unsere Motorrad-Freunde Wolfgang aus Österreich, Jan aus Holland und Michael aus Schottland ein, die ebenfalls bis Südafrika fahren wollen. Michael ist 65 Jahre alt und hat nach einem Hubschrauber-Absturz ständige Knieschmerzen. Er stürzte an diesem Tag zweimal auf einer Sandstrecke – Gift für jedes Motorrad. Die Fahrt durch die Wüste war faszinierend, aber gleichzeitig auch unheimlich. Den ganzen Tag über begegneten uns nur eine Handvoll Autos. Wellblech wechselte ständig mit Geröll- und Sandstrecken. Als wir abends unseren Anhänger aufmachten, sank unsere Stimmung auf den Nullpunkt. Ein Plastikgestell mit drei Schubladen, in denen Marion ihre Vorräte und Küchenutensilien gestapelt hatte, war völlig auseinander gebrochen. Dosen und Gläser waren geborsten. Unsere schönen Paprika lagen auf dem Anhängerboden, mittendrin Teebeutel, Paprika und Nudeln. Eine richtige Schweinerei. Wir hatten so die Nase voll, dass wir ohne Abendessen ins Zelt krochen. Nach einer größeren Aufräumaktion am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt auf einer Sandpiste fort, durch die Dutzende von Spuren führten. Wir fuhren eine Steigung hinauf und standen plötzlich vor einem Erdwall. Mehrere Lastwagen umgaben uns; die Fahrer holten hier offenbar Bausand. Wir versuchten auszusteigen, ging nicht. Die Türen waren blockiert, weiß der Teufel, warum. Die LKW-Fahrer beobachteten amüsiert, wie wir uns abquälten, die Türen aufzukriegen, was uns schließlich mit dem Zweitschlüssel gelang. Wenigstens waren wir jetzt aus dem Auto draußen. Da wir noch nicht genügend Erfahrung im Rückwärtsfahren mit dem Anhänger hatten, erbot sich einer der Sudanesen, unser Gefährt im tiefen Sand von der Anhöhe herunter zu bugsieren. Wir fanden die Straße bald wieder. Interessanterweise gerieten unsere Motorradfahrer später am selben Tag in die selbe Sandwüstenei und blieben an genau der selben Stelle stecken. Die Piste durch die Wüste und die später durch die Dörfer am Nil ist so gut wie nicht markiert. Nur alle 20 bis 30 Kilometer tauchen Tafeln mit arabischen Schriftzeichen auf. Da in der Regel mehrere Straßen durch die Dörfer laufen, muss man immer wieder nach dem Weg fragen. Im großen und ganzen fanden wir uns ganz gut zurecht. Die Landbevölkerung am Nil lebt noch genau so wie vor Jahrzehnten und ist damit offenbar ganz zufrieden. Die Landwirtschaft entlang des Nil wirft wahrscheinlich genug zum Leben ab, fließend Wasser ist fast überall vorhanden, die Häuser sind zwar aus Lehm, aber sehr geräumig. Alle Fremden werden in der Regel freundlich begrüßt und erregen natürlich erhebliches Aufsehen. Nur ab und zu trifft man auf jemanden, der ein paar Brocken Englisch versteht. Die Unterhaltung beschränkt sich deshalb in der Regel auf Zeichensprache. In der Nähe von Delgo fanden wir ein wunderbares, von Palmen bestandenes Plätzchen am Nil, mit einem Blick auf eine alte Festung am anderen Ufer. Obwohl wir an diesem Tag erst 85 Kilometer zurückgelegt hatten, entschlossen wir uns zum Bleiben. Etwa zwei Stunden später rollten unsere drei Motorrad-Fahrer heran und stürzten sich ohne große Umschweife in das braune Nilwasser, um den Staub dieses Tages abzuspülen. Nach einem gemeinsamen Abendessen gingen wir alle zufrieden zu Bett. Am nächsten Tag Holter die Polter weiter. Wir wollten in Argo die Nilfähre erreichen, um auf die Westseite überzusetzen, weil dort die Straße besser sein sollte. Wir blieben mit den Motorrad-Fahrern zusammen und Wolfgang leitete uns mit seinem GPS auch genau zur Fähre, die aber den Betrieb wenig später wegen Maschinenschaden einstellte. Michael hatte an diesem Tag wieder sehr unter der Hitze und den lausigen Straßenverhältnissen gelitten. Er wollte die nächsten 50 Kilometer auf der Ostseite bis Dongola, wo sich die nächste Möglichkeit zum Übersetzen bat, keinesfalls mehr fahren, denn diese Piste besteht fast nur aus Sand. Er heuerte also für 40 Dollar einen Chauffeur an, der sein Motorrad am nächsten Vormittag in seinem Boksi – so heißen im Sudan die lokalen Taxis – zur Fähre bringen wollte. Wir übernachteten wieder am Nil, direkt in Argo. Die Dorfbewohner strömten herbei und bewunderten vor allem die Motorräder. Marion bekam wieder einen Schock, als sie ihre Vorräte überprüfte. Obwohl wir alles in eine größeres, stabile Plastikkiste umgepackt hatten, waren wieder Dosen (solche mit Ziehverschluß) und Gläser zu Bruch gegangen. Wir schleppten die Kiste zu Nil und Marion watete in den Uferschlamm hinein, um alles von neuem zu säubern. Am Tag darauf ging es wieder auf die Piste. Dank des einheimischen Führers kamen wir schnell voran. Wir machten nur bei einem Markt halt, bei dem ein Obstverkäufer uns für ein Kilo Trauben und fünf Pampelmusen zehn Dollar abnehmen wollte – der gute Mann blieb natürlich auf seiner Ware sitzen. Gegen Mittag kamen wir am anderen Ufer von Dongola an. Ehe wir mit der Fähre übersetzen konnten, mussten wir zweieinhalb Stunden warten. Marion geriet mit einem Wichtigtuer von Polizist aneinander, der ständig von ihr verlangte, unser Auto samt Hänger rückwärts anders einzuordnen. Na ja, irgendwie schafften wir es dann auf die andere Nilseite und waren im Paradies, denn nach 500 Kilometern schlimmer Piste fuhren wir nach fast vier Tagen wieder auf Asphalt. Allerdings nur 45 Kilometer weit, dann begann das Elend wieder. Immerhin legten wir nochmals an die 100 Kilometer vor, ehe wir übernachteten. Am nächsten Tag tauchten nach Sand fahren unvermittelt nochmals 15 Kilometer Teerstraße auf und bei Abu Dom dann endlich eine durchgehende Asphaltstraße bis Khartum. Sie war anfangs im allerbestem Zustand, doch nach etwa 150 Kilometern tauchten erste Schlaglöcher auf, die unseren Geschwindigkeitsrausch rasch wieder bremsten. Erst vor Khartum wieder tadelloser Asphalt. Vor der Hauptstadt gerieten wir in Omdurman in einen Markt mit voll gestopften Straßen und festsitzenden Fahrzeugen. Wir fragten uns bis zum Blue Nile Sailing Club in Khartum durch, wo sich in der Regel alle Überlandfahrer treffen. Prompt stiessen wir auf eine französische Familie mit zwei Kindern, die mit einem riesigen LKW seit über zwei Jahren in Afrika herumfährt und es bis nach Indien und vielleicht auch Australien schaffen will. Die Kinder werden von den Eltern unterrichtet und müssen sich irgendwann in Frankreich Prüfungen stellen. Wir glaubten an eine ruhige Nacht. Weit gefehlt. Von etwa acht Uhr rollte ein Auto nach dem andern in den Club, der mehrere Terrassen zum Nil hin besitzt. Es war ein ständiges Kommen und Gehen bis zwei Uhr nachts. Außerdem arbeiteten bis etwa fünf Uhr morgens mehrere Arbeiter an einer neuen Terrasse, denn der Club feiert demnächst ein rundes Jubiläum. So schlecht wie diese Nacht habe ich auf der bisherigen ganzen Reise noch nicht geschlafen. 22. Oktober 2005 Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zur libyschen Grenze. Nach etwa 20 Kilometern kamen wir an einem Tourist Village vorbei, wo wir auch hätten bleiben können. Warum Abdullah uns in das Hotel gelotst hatte und uns mit keinem Wort sagte, dass 20 Minuten weitere Fahrt uns zu dem für uns weitaus attraktiveren Village geführt hätten, bleibt wohl für immer sein Geheimnis. Immerhin brachten wir durch Freunde von Abdullah in Erfahrung, dass 20 Kilometer vor der Grenze vor einigen Monaten ein riesiger Rasthof seine Pforten geöffnet hatte. So konnten wir am nächsten Tag recht früh an der Grenze sein. Der Rasthof hat wirklich alles, was Reisende brauchen. Es bestehen wohl Pläne, in ganz Libyen über 20 solcher Raststätten zu eröffnen. Hier die Webseite des Al-Burdi Service Centers: www.hsc-ly.com. Die Abfertigung auf der libyschen Seite der Grenze dauerte knapp eineinhalb Stunden – länger als üblich, weil es ein „computer broblem“ gab. „Broblem“ deshalb, weil es im arabischen kein p gibt. People wird denn auch folgerichtig „beeble“ ausgesprochen, was zu allerhand Späßen führt. Mit einigem Bammel sahen wir der Grenz-Prozedur auf ägyptischer Seite entgegen, denn wir hatten in Reiseberichten gelesen, dass mit dem Auto einreisende Ausländer bis zu einem Tag und bei irgendwelchen fehlenden Stempeln bis zu drei Tage an der Grenze verbracht und sogar nach Kairo und zurück reisen mussten, um sich die richtigen Stempel zu holen. Beim Zoll wurde nur nach einem Feuerlöscher gefragt, den wir im Anhänger mitführten – für alles andere hatten die Beamten kein Interesse – und auch bei der Polizei, die die Fahrgestellnummern unseres Autos und des Anhängers überprüfte, ging alles glatt. Die Motornummer des Pajero konnten sie nicht finden. Sie sitzt so versteckt unten am Motorblock, dass man schon einige Teile entfernen müsste, um sie betrachten zu können. Doch die Polizisten gaben sich mit der Versicherung zufrieden, dass die im vom ADAC ausgestellten Carnet de passage aufgeführte Motornummer von Mitsubishi telefonisch eingeholt worden war und somit authentisch sein müsse. Die nötigen Eintragungen im Carnet nahmen dann doch etwa zweieinhalb Stunden in Anspruch. Wir rannten ständig zwischen der Hauptzollhalle und dem sogenannten Verkehrsbüro hin und her, um die nötige Akte anlegen zu lassen, Kopien zu beschaffen und eine Versicherung abzuschließen. Zwischendurch ging der Chef des Carnet-Büros mal kurz zum Beten, erschien aber nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder, um sich erneut unserer Akte zu widmen. Wir haben insgesamt 13 Punkte gezählt, die systematisch abgearbeitet werden mußten. Alle Beamten waren jedoch außerordentlich freundlich und zuvorkommend. Die Ägypter lieben die Deutschen, das Wort Alemania ruft meistens die Reaktion „gut“ hervor und macht einem das Leben im Land der Pharaonen recht einfach. Nach rund dreieinhalb Stunden konnten wir endlich die ersehnten Nummernschilder für die Fahrt durch Ägypten in Empfang nehmen, nachdem wir insgesamt rund 170 Euro hingeblättert hatten, und verliessen den Grenzposten in Richtung Alexandria. Wir fühlten uns ausgesprochen gut behandelt. Am selben Tag fuhren wir noch bis in die Region von Marsa Matrouh und schlugen unser Zelt mangels anderer Möglichkeiten am Abend direkt neben einem Kontrollposten an der Straße nach Alexandria auf. Die ganze Nacht ratterten vor allem Lastwagen an uns vorbei. Doch wer müde ist, schläft selbst unter solchen Bedingungen ein. Morgens regnete es und wir mußten rasch zusammenpacken, um zu verhindern, dass unsere Ausrüstung nicht wieder naß wurde. Der Polizist vom Kontrollpunkt versäumte es nicht, uns einen guten Morgen zu wünschen und uns durch Zeichen zu verstehen zu geben, dass er die Nacht über gut auf uns aufgepasst hatte. Wir belohnten ihn mit einem Paar getragener, aber noch ansehnlicher Lederschuhe. Meine liebe Frau sammelt seit Jahren Kleidung und Schuhe von Freunden ein. Bei dieser Reise haben wir ungefähr 350 Kleidungsstücke und 20 Paar Schuhe dabei, die wir nach und nach weggeben werden. Die Leute in Afrika freuen sich darüber mehr als über Kugelschreiber oder Süßigkeiten. Auf der Fahrt nach Alexandria passierten wir El Alamein mit seinen Kriegsgräbern aus dem Zweiten Weltkrieg. In der Straßenmitte sahen wir kurz hintereinander zwei Schilder mit nur einem Wort darauf: „Rommel“. Der General, der bei El Alamein von überlegenen alliierten Streikräften geschlagen worden ist, erfreut sich in Ägypten offensichtlich immer noch großer Beliebtheit. Zu unserer Freude fanden wir heraus, dass es seit kurzem zwischen El Alamein und Kairo eine neue Autobahn gibt, so dass man nicht mehr bis Alexandria fahren muß und dadurch rund 70 Kilometer einspart. Die Fahrt geht bereits durch wüstenartige Abschnitte, ist aber nicht mit der Route zu vergleichen, die wir von Gizeh aus (die Pyramiden sind immer noch da!) aus in die sogenannte Western Desert einschlugen. Wir mußten ein bißchen suchen, ehe wir die richtige Straße fanden, wurden aber durch die Reise durch die Wüste mit ihren wechselnden geologischen Ausformungen voll entschädigt. Die sehr gut asphaltierte Straße führt über 1 200 Kilometer durch eine ganze Reihe von Oasen bis nach Luxor. Erste Station war für uns die Oase Baharia, wo der Deutsche Peter Philipp Wirth mit seiner japanischen Frau in Bawiti ein sehr schönes Hotel betreibt – heiße Naturquelle mit inbegriffen (www.whitedeserttours.com). Nach der langen Fahrt genossen wir ein Bad im mineral- und eisenhaltigem Wasser und bedauerten, dass wir am nächsten Tag schon weitferfahren mußten, weil wir einen festen Termin für die Fähre über den Assuan-Stausee nach Wadi Halfa im Sudan hatten. In Bawiti lief uns Sergio über den Weg – ein 25 Jahre alter Modefotograf aus Portugal, der auch viel in Deutschland arbeitet. Er war, wie wir, auf dem Weg nach Luxor und was lag näher als ihn einzuladen, uns zu begleiten. Wir verbrachten mit ihm zwei angenehme Tage. Den interessantesten Teil der Western Desert bildet die so genannte „Weiße Wüste“, ein ungefähr 30 auf 40 Kilometer großes Gebiet nahe der Oase El Farafra mit bizarren Formen aus einem kreideartigen Gestein. „Das sieht ja aus, als ob es hier geschneit hätte,“ stellte Sergio zu Recht fest. Die Fahrt durch alle Abschnitte der Western Desert ist äußerst abwechslungsreich, weil immer neue Landschaften auftauchen. Die Nacht verbrachten wir direkt in der Wüste: wir im Dachzelt, Sergio unter freiem Himmel in einem unserer Schlafsäcke. Unter einem phantastischen Sternen-Himmel diskutieren wir über Gott und die Welt, ehe wir ermüdet in einen tiefen Schlaf fielen. In der Wüste wird es nachts ziemlich kalt – Sergio bekam es mehr zu spüren als wir, aber wer will über so kleine Unannehmlichkeiten schon meckern. Der nächste Tag sah uns früh auf den Beinen. Ein Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch entschädigte uns für die kalte Nacht und nach einem herzhaften Frühstück setzten wir unsere Fahrt zu den Oasen Dakhla und El Kharga fort. Von dort ging es über das Limesstone Plateau (Sandstein Plateau) weiter nach Luxor. Kurz vor Luxor ging uns der Sprit aus. Da wir aber 40 Liter in zwei Kanistern mit uns führten, ist für solche Fälle vorgesorgt - auf rund 250 Kilometern gab es keine einzige Tankstelle. Wir wußten das im voraus, wollten aber herausfinden, wie weit wir mit dem Anhänger im Schlepp mit einer Tankfüllung kommen würden: es sind 580 Kilometer. In Luxor ließen wir uns auf dem angenehmen Campingplatz Rezeiky nieder (www.rezeikycamp.com.eg), nachdem die Polizei uns freundlicherweise dorthin gelotst hatte. Wir hatten uns zuvor im hektischen Feierabendverkehr zweimal verfahren. Nach einem entspannenden halben Tag auf dem Campingplatz fuhren wir am Nachmittag im Konvoi von Luxor nach Assuan. Seit Terroristen vor einigen Jahren Anschläge auf Touristen in Luxor verübten, lässt die Polizei im Niltal Privatreisende und Busse nur noch mit Polizeibegleitung reisen. Auf der eine Seite ist das sehr angenehm, denn die Polizei lotst den Konvoi ohne Halt durch alle Polizeikontrollen, andererseits kann man nicht da halten, wo man gerne möchte. Unser Konvoi – außer uns fuhren noch ein junger Mann aus Moedling bei Wien mit seinem Motorrad und ein mittelgroßer Bus mit – fiel aber bereits nach der Hälfte der Strecke auseinander. Der Busfahrer und auch die Polizisten hatten es offenbar sehr eilig, nach Hause zu kommen, um nach dem Ramadan-Fasten den Tag über nach Sonnenuntergang etwas essen und trinken zu können. In allen Dörfern versuchten uns die Männer durch Winken zum Essen mit ihnen einzuladen – eine wirklich schöne Geste. Überall saßen ganze Gruppen an der Straße und haben gegessen. Wir kamen erst nach Einbruch der Dunkelheit in Assuan an, fanden trotz Polizei-Hilfe den Campingplatz nicht und klapperten mehrere teure Hotels ab (Preise von 140 bis fast 400 Euro) die Nacht, ehe wir an der Corniche für 40 Dollar ein neues, sehr angenehmes Hotel fanden (Marhaba Palace – www.Marhaba-aswan.com). Von unserem Zimmer aus hatten wir einen guten Blick auf den Nil und die Elephantine Insel. Und das Beste: Die Fähr-Gesellschaft, die uns über den Assuan-See in den Sudan bringen soll (Nile Valley Transport Company), hat ihr Büro direkt neben dem Hotel. Noch etwas zum Thema Wetter. Wir hören, daß der Oktober 2005 auch in Europa noch einige warme Tage gebracht hat, doch in Afrika werden wir schon ein bisschen mehr verwöhnt. Wir haben täglich um die 25 Grad bei strahlend blauem Himmel. Abgesehen von einigen kurzen Regenschauern in Hammamet (Tunesien) und in Ägypten (Marsa Matrouh) blieb es überall schön trocken. Im Sudan dürfte es noch wärmer werden. 17. Oktober 2005 Auf Djerba bekamen wir es erneut mit dem Ramadan zu tun. Erst nach einigem Suchen fanden wir eine Pizzeria, die am frühen Nachmittag Essen für Ausländer servierte. Alle anderen Restaurants waren geschlossen und öffneten erst abends um 8 Uhr, nachdem sich das Personal soweit gestärkt hatte, dass es wieder arbeiten konnte. Die erste Mahlzeit am Tag wird kurz nach 5 Uhr eingenommen, dann muß bis Sonnenuntergang gefastet werden. Auch getrunken werden darf nichts. Nach einigem Herumfahren und Herumfragen fanden wir auch ein Internet Cafe. Die Verbindung war aufreizend langsam, aber immerhin konnten wir doch unsere emails lesen und auch ein paar Sachen wegschicken. Es war schon fast dunkel, als wir am Meer einen sehr schönen Campingplatz fanden, dort eine Flasche Weißwein entkorkten und unsere Essvorräte plünderten. Das angenehme Meeresrauschen wiegte uns bald in einen tiefen Schlaf, aus dem uns erst morgens um 6 Uhr eine lärmende Strandsäuberungs-Maschine weckte. Wir brachen ziemlich früh in Richtung libysche Grenz auf, die wir aber wegen einiger Einkaufstopps erst gegen 10.15 Uhr erreichten. Dort herrschte das absolute Chaos, aber immerhin waren wir auf tunesischer Seite in einer Stunde durch. Auf libyscher Seite sollte uns ein Mitarbeiter eines Reisebüros aus Tripolis erwarten, doch zunächst fanden wir ihn nicht. Ausländer können sich in Libyen nicht ohne Begleitung bewegen. Allerdings würden sie sich alleine auch nicht zurechtfinden, denn alle Straßenschilder sind nur arabisch beschriftet. In Tunesien dagegen steht unter dem arabischen Hinweis auch immer einer in lateinischen Buchstaben. Irgendeiner der libyschen Zerberusse gab uns durch Handzeichen zu verstehen, wir sollten uns in Richtung Ausfahrt bewegen, doch als wir dort ankamen, beorderte uns man sofort wieder zurück, denn weder waren unsere Pässe abgestempelt noch hatten wir die nötigen Autopapiere und die libyschen Kennzeichen, ohne die man im Lande nicht fahren darf. Immerhin wurde durch die Hilfe eines freundlichen Beamten unser Reiseführer ausfindig gemacht, der mit einem Freund erschien und den ganzen Papierkram in 45 Minuten abwickelte. Dann ging es los in Richtung Tripolis. Was die Benzinpreise angeht, ist Libyen das reinste Paradies. Ein Liter Sprit kostet 10 Euro Cent. Die Straßen sind ausgezeichnet, aber die Fahrer: mama mia. Wir hatten geglaubt, in Tunesien herrsche auf den Straßen die reinste Anarchie. In Libyen setzten die Herren Automobilisten noch eins drauf. Eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung existiert nicht. Jeder rast so schnell er kann, drängt sich rechts oder links vor den Vordermann, überholt in Kurven – auch bei durchgezogener Linie. Also, man braucht schon starke Nerven, um im Lande Gaddafis zu fahren. Der Präsident selbst ist auf Postern allgegenwärtig. Meistens ist er mit verschränkten Armen abgebildet, den Blick durch eine Sonnenbrille gen Himmel gerichtet. Was er dort sieht, bleibt ein Rätsel. Libyen, von dem oft gesagt wird, es sei wegen seines Öls reich, macht weithin den Eindruck eines Entwicklungslandes. Die Leute leben sicher nicht in Armut, aber ihre Häuser sind nicht gerade vom Feinsten, von allgemeinem Wohlstand ist nichts zu sehen. Und dann der Müll! Überall an den Straßen liegt er rum: Plastiktüten, Plastikflaschen, gefüllte Abfallsäcke, Bauschutt – es ist einfach grauslich. Sollte sich das Land eines Tages entschließen aufzuräumen, dann könnten damit Millionen und Abermillionen verdient werden. Aber vorläufig denkt daran offenbar noch niemand. Fährt man die Strecke von der Grenze über Tripolis an der Küste entlang bis nach Ägypten, dann gibt es eigentlich wenig Aufregendes zu sehen. Die Landschaft ist mit Ausnahme weniger Strecken flach, wüstenartig mit wenig Vegetation. Die absoluten Höhepunkte sind das, was die Römer in ihren Siedlungen Saprata und Leptis Magna hinterlassen haben. Die Amphitheater, die Überreste der Paläste sind hervorragend erhalten, weil sie teils unter Sand verschwunden und so auf Dauer konserviert wurden. Leptis Magna ist riesig, man kann einen ganzen Tag darin verbringen, Bäder und Schwimmbecken studieren und ja, auch in Stein gehauene Toiletten. Die Übernachtungsmöglichkeiten für Einzeltouristen, besonders für Camper, sind begrenzt. Im Grunde genommen muß man jede Nacht ins Hotel. In Sirte allerdings arrangierte unser Führer Abdullah etwas Spezielles. Wir konnten unser Zelt, das obenauf auf einem Anhänger sitzt, auf dem Gelände eines Gästehauses der lokalen Regierung aufschlagen – kostenlos. Was wir nicht wußten: in einem Gebäude nebenan ging so gegen 21 Uhr eine größere Party junger Männer los (die Mädchen haben in Libyen zu solchen Vergnügen keinen Zutritt). Wir waren plötzlich von Autos umzingelt, die Musik legte los, aber uns behelligte niemand. Man glaubt es kaum, aber auch bei solch einem Krach schliefen wir, bis der Spuk kurz nach Mitternacht vorbei war. 13. Oktober 2005 Die Fähre, ein Trumm von 186 Meter Länge, war höchstens zu 20 Prozent belegt. Grimaldi war darüber sicher nicht glücklich, wir aber schon, denn dadurch waren die Wartezeiten bei der tunesischen Paß- und Zollkontrolle erheblich kürzer als bei einem vollen Schiff. Wie üblich schwirrten an den Schaltern vor allem des Zolls hilfsbereite Geister herum, die sich anboten, gegen ein Entgelt die Prozedur zu beschleunigen. Ihre Tipps bestanden etwa in dem Hinweis „Heute ist der 11. Oktober“ oder „Sie müssen hier unterschreiben“. Ich hatte mit Marion schon vorher vereinbart, daß der Papierkram und der Umgang mit den Amtspersonen an den Grenzen und deren aufdringlichen inoffiziellen Helfern ihr überlassen werden sollte, denn ich habe als treudeutscher Mensch für derartige levantinische Methoden einfach nicht das richtige Verständnis und das kann leicht zu Ärger führen. Jedenfalls waren wir nach rund 40 Minuten beim Zoll heraus und fuhren in Richtung Stadt, deren Straßen um zehn Uhr abends von Menschen nur so wimmelten. Wir fuhren die prachtvolle Avenue de Bourgiba zweimal rauf und runter, weil wir natürlich prompt die Abzweigung in den Badeort Hammamet nicht fanden. Über die Talente der für die Verkehrsführung Verantwortlichen habe ich mich schon in der Beschreibung unseres Aufenthaltes in Rom geäußert. Dem ist nichts hinzuzufügen. Gegen 23 Uhr kamen wir ziemlich müde in Hammamet an und fanden nach einigem Suchen ein passendes Hotel, in dem eine Masse Russen abgestiegen waren. Wir konnten sie am Morgen bei Frühstücksbuffet näher in Augenschein nehmen. Geprägt von Jahrzehnten kommunistischer Mangelwirtschaft hat sich bei ihnen offenbar die Gewohnheit festgesetzt, sich die Teller so vollzuladen, dass sie gar nicht alles aufessen können. Der Oberkellner berichtete uns denn auch etwas pikiert, dass die russischen Gäste – die inzwischen immerhin ein Drittel der Touristen in diesem Hotel stellen – mit den Nahrungsmitteln eine regelrechte Verschwendung betrieben. Nach der Besichtigung Hammamets, das in den letzten 25 Jahren gewaltig gewachsen ist, machten wir uns auf den Weg nach Sousse und weiter nach Monastir und Sfax. 40 Kilometer von Sfax entfernt fanden wir schließlich ein Hotel, das uns zusagte. Zu campen ist in Tunesien recht schwierig, weil es kaum Plätze gibt. Das Restaurant des Hotels war wegen des Ramadan geschlossen, der Wirt hatte aber nichts dagegen, dass wir uns auf dem Balkon unseres Zimmers ein Dose Würstchen warm machten. Er verkaufte uns auch ein paar Flaschen Weißwein, denn in den Läden wird wegen des Ramadan kein Alkohol feilgeboten. Es steht auch deswegen nicht zu befürchten, dass wir zum Islam übertreten werden. 10. Oktober 2005 Die Italiener zuckten nur mit den Schultern und sagten: „So einen schlechten Oktober haben wir schon lange nicht mehr gehabt.“ Doch der Reihe nach. In Sorrent haben wir auf einem sehr malerisch gelegenen Campingplatz genächtigt, den wir schon von früher her kannten und von dem aus man einen sehr schönen Blick auf den Golf von Neapel hat. Vermiest wurde uns der Aufenthalt allerdings von einer Schulklasse aus Deutschland, die glaubte, der Platz sei für sie alleine da. Da wurde bis um drei Uhr morgens gegrölt, gesungen und gebechert. Der Lehrer hatte sich schlauerweise wo ganz anders einquartiert, so dass ihn die randalierenden kids nicht stören konnten. Eine Beschwerde beim Nachtwächter des Platzes half auch nicht viel, weil die Herrschaften Schüler auch seinen Ermahnungen keine allzu große Aufmerksamkeit schenkten. Na ja, so ist halt das Camperleben. Einen wunderschönen Tag haben wir dagegen in Positano verlebt, das ganz in der Nähe von Sorrent liegt und das früher der Inbegriff der luxuriösen Welt der Schönen und der Reichen war. Das Städtchen hat unglaublich viel Charme, die bunten Häuser scheinen die Hänge geradezu hinaufzuklettern. Allerdings heißt es in Positano gut zu Fuß zu sein, denn steile Treppen führen von oben zum Hafen hinunter und von unten wieder hinauf. Als wir Sorrent verließen, haben wir für ein kleines Verkehrschaos gesorgt. Wir hatten festgestellt, dass wir in die falsche Richtung gefahren waren und versuchten umzudrehen. Doch unsere Länge von acht Metern (Auto plus Anhänger) ließ unser Manöver auf der schmalen Straße rasch scheitern. Der Anhänger verkantete sich so, dass wir weder vor noch zurück konnten. Inzwischen hupten die Italiener, was das Zeug hielt. Als sie aber sahen, dass wir einfach nicht weiterkamen und den Hänger abkoppeln mussten, stiegen einige aus und halfen bereitwillig. Nächster Stopp: ein sehr schön gelegener Campingplatz direkt am Meer in der Nähe von Tropea (dort, wo der italienische Stiefel sozusagen ein Überbein hat), direkt gegenüber der Vulkaninsel Stromboli. Wir haben den Tag dort genossen und wunderbar geschlafen, denn das Meeresrauschen hatte eine äußerst beruhigende Wirkung. Der nächste Morgen bescherte uns allerdings die bisher übelste Erfahrung mit dem Camping-Anhänger. Gerade als wir das Zelt zusammenfalten wollten, begann es in Strömen zu regnen. Anstatt zügig weiterzuarbeiten, entschlossen wir uns zu warten und das war schlimm, denn dadurch sammelte sich auf dem halb zusammengelegten Zelt reichlich Wasser an, dass später durch die beiden Belüftungsöffnungen im Dach ins Innere rann und die Matratze und auch die Schlafsäcke recht ordentlich befeuchtete. Aus Schaden wird man klug. Inzwischen haben wir die Belüftungsöffnungen verklebt, so dass hoffentlich kein Wasser mehr durchkommen kann. Die Matratze und die Schlafsäcke hängen zum Trocknen draußen. In Afrika wird es ja hoffentlich nicht mehr regnen. 5. Oktober 2005 Unser Zelt auf unserem Anhänger hatte seinen ersten Praxis-Test zu bestehen. Oder umgekehrt: Wir mussten herausfinden, wie man das Zelt am schnellsten aufbaut. Um es vorweg zu sagen: am nächsten Tag ging uns diese Arbeit schon wesentlich flotter von der Hand. Am Morgen regnete es zwei Stunden lang ununterbrochen. Es hieß also, sich in Geduld zu fassen. Erst gegen Mittag starteten wir gen Rom, wo wir am Abend ankamen, nachdem wir uns zunächst verfranzt hatten. Wie eigentlich in fast allen Städten dieser Welt müsste man die Verantwortlichen für die Verkehrsführung auch in Rom auf ihren Geisteszustand untersuchen lassen, denn nach anfangs guter Beschilderung hörten alle Hinweise auf unser Ziel schlagartig auf. Mitten im Feierabendgewühl halfen uns freundliche Einheimische, unseren sehr schönen Campingplatz doch noch zu finden. Dieser Platz an der Flaminia-Straße wird uns wohl immer in Erinnerung bleiben. Man muß sich das mal vorstellen. Die Duschräume und die Toiletten erlesen gefliest, Halogen-Spots sorgen für tolles Licht und aus den Lautsprechern erklingt klassische Musik. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, zu Händels Halleluja zu duschen. Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber uns hat es gefallen. Wir hatten vor unserer Reise damit gerechnet, irgendwo irgendwelchen maghrebinischen Betrügern in die Hände zu fallen. Das uns das allerdings schon in Rom und dazu noch auf dem Petersplatz passieren würden, das war dann doch eine unliebsame Überraschung. Nach langem Feilschen wegen hirnrissiger Preise einigten wir uns schließlich mit einem Droschkenkutscher auf eine rund einstündige Fahrt durch das alte Rom. Nach 25 Minuten waren wir wieder auf dem Petersplatz, ohne versprochene Sehenswürdigkeiten wie das Pantheon oder den Trevi-Brunnen auch nur aus der Ferne erspäht zu haben. Um es kurz zu machen: Wir werden dem Droschenkenkutscher noch ganz erheblich einheizen, denn eine solche Frechheit kann man sich einfach nicht bieten lassen. Ein Brief an die zuständigen Behörden in Roma geht demnächst ab. Ob es was nutzen wird, wissen wir nicht, aber solchen Gaunern kann man einfach nicht alles durchgehen lassen. Von Rom aus fuhren wir über Neapel nach Sorrent weiter und schlugen unser Quartier wieder auf einem malerischen Zeltplatz auf, den wir schon vor 15 Jahren einmal aufgesucht hatten. Er bietet einen wunderbaren Blick auf Neapel, den Vesuv und die Bucht von Florenz. Übrigens: in Italien bellen überall, wo man länger als zwei Minuten anhält, irgendwelche Hunde auch nachts. Weiß jemand, warum? 1. Oktober 2005 Wir haben von 1995 bis 2001 in Johannesburg gelebt und in dieser Zeit alle Länder des südlichen Afrikas mit einem VW-Camper erforscht. Schon damals träumten wir von einem Trip durch ganz Afrika - aber erst jetzt haben wir die Zeit dazu. Unsere Fahrtroute sieht wie folgt aus: Italien einschliesslich Siziliens, dann mit dem Schiff nach Tunesien, weiter nach Libyen und Ägypten. Der Übergang von Ägypten in den Sudan ist zur Zeit nur mit einer Fähre über den Assuan-Staudamm möglich. Sie fährt nur einmal in der Woche. Wie wir im Internet gelesen haben, herrschen auf ihr meist chaotische Zustände, aber das schreckt uns nicht im geringsten ab. Im Sudan werden wir in Khartum Station machen und dann in Richtung Äthiopien fahren, das Marion bereits von zwei Besuchen kennt. Es ist wohl das Land mit den meisten Kulturschätzen auf unserer Reise. Auf Äthiopien folgen Kenia und Tansania mit ihren wunderschönen Naturparks. Wir werden auch einen Abstecher nach Sansibar machen, das wegen seines Charmes berühmt ist. Von Tansania geht es weiter nach Malawi, den nordwestlichen Zipfel Mosambiks und durch Simbabwe nach Südafrika. Von den Ländern auf unserer Route kennt Marion alle bis auf Tansania. Für mich werden Libyen, der Sudan, Äthiopien, Kenia und Tansania neu sein. Die Fahrstrecke, teils auf Asphalt, teils über Stock und Stein, dürfte an die 24 000 Kilometer betragen. Wir haben vor, zu Weihnachten in Südafrika zu sein. Also dann, los geht's! 1. Oktober - 1. November 2005: Frankreich, Italien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Sudan |
I guess Ramadan is to be blamed yet again. The month of Ramadan will be over soon – just when we leave the Islamic world for Ethopia. What luck. October 31, 2005 -- SUDAN The landscape is desert again. Sometimes white sand, sometimes beige with grasses and acacia trees. We found the surroundings either beautiful or boring. The first when we were on a good tar road, the second part when we had to manage the potholes. The car hit a few good ones through the Bayuda desert. We got to Khartoum or better Omdurman - on the other side of the Nile. We got stuck in a typical African market. Chaos everywhere. Cars in three lines trying to squeeze through an alley made for one way. People and shopkeepers everywhere. I hit one with the sideview mirror. He did not seem to mind. It must happen all the time. After asking and not being understood where we wanted to go, we managed to stop an UNHCR car and got good direction: after the stadium, hit a left, over the bridge and then a left on the other side. Well there was no bridge yet. It was being build. We managed to follow another car through the dried up river bed and even found the camping site. It seemed that every overlander ends up at the Blue Nile Sailing Club grounds in Khartoum. We found one French family there. They were already for 4 years on the road and still have many more to come. They are on the way back from South Africa up the East coast (having come down the West African way) and on to India, then Australia, then Asia and somehow down to South America. Their kids are 10 and 12 years old. The schooling is done by the mother. They have a huge „house-truck“ with washing machine and everything else. At first the Blue Nile Camping seemed a nice set-up, with grass areas on the Nile bank. But after dark, the cars started rolling in. Thank you Ramadan. The night is turned into day. I do not know how the people work during the day. I guess they do not. Many big expensive cars, even bigger men with their traditional white long dresses. Some had their tight jeans black beauties – I guess not Muslims – with them. They chatted the night away, some right next to our camp. I guess that a couple had an argument in the car about their love lilfe. They are also rebuilding the bank of the river at the sailing club – during the night. Shovels were scratching on the sand, cement was being mixed. People talking while working, cars coming and going. What a night! I forgot to mention that only the mustard had had it with the bumpy road. The tube gave in. Nice yellow mustard everywhere in the cool-box. October 30, 2005 -- SUDAN In Argo, Mike found a driver willing to put his motorbike in a pick-up taxi for 40 dollars until Dongola where we could find the last ferry to cross over to the other side of the Nile. The stretch between Argo and Dongola is written up as more than terrible. Deep sand, no roads, too many pistes in each direction etc. We decided to follow the local driver through the maize of pistes. We stopped at the ferry side. The driver wanted now the double amount of money. The 3 bikers told him off. A police man told me off. He wanted me to move the car with the trailer backwards up the hill. I finally got out of the car and put a stop to his demand by telling him 5 times NO. He could not handle a woman talking back to him and backed off. But we were put last in a long line to get on the ferry. It took 3 hours of waiting. Again they wanted me to drive with the trailer backwards onto the barge – next to a pick-up and a donkey. I jack-knifed. Finally they gave up. Us too. We pushed the trailer onto the ferry and I drove the car on it – front first. On the other side of the Nile, we managed with help to get both off the barge. Happily we drove onto a TAR road. We nearly kissed the surface. We found the way from Dongola to El Khandaq. 45 kilometers on a tar road. Hurrah! All in all, we had done 145 km that day. Unheard of! The night we spent at a farmer’s hut who gave us a big watermelon. We gave clothes. And guess what? Only one jam can popped. Happily I cleaned up the sticky mess. Only one can! One gets greatful. October 29, 2005 -- SUDAN The sand at our camp site was more mud than anything else. It got everywhere. As I opened my „kitchen box“ – another surprise: the tops of cans had popped by themselves. They surely did not like the corrugated stretches. The soups and goulash stuff was over everything. One of the gas bottles had fallen onto my cast iron pot. It broke – a cast iron pot! I think now everyone has an idea of what the roads are like. Arno and I carried the whole box to the river. Each content had to be washed off, things had to be thrown out being soaked in soups. 2 Sudanese girls helped me. All of us were knee-deep in the muddy water. We looked like we were having a mud fight after the wash-up. They always wanted cans from me. I told them that they are not good for muslims. I wanted to keep my cans. They helped us to have a meal. We would have starved during our trip because of Ramadan. To make them understand what I meant, I made the noise pigs do. They seemed to understand and did not ask again. I gave them nuts and some clothes. They seemed content. I made dinner again for the bikers and us. All of us had had it and hit the sack early. October 28, 2005 -- SUDAN After that disaster, we drove along the Nile river through beautiful villages. To see date palms, greenery, fields, painted houses and beautiful decorated entrance doors, made up for the rock desert of yesterday. Time has stopped in those villages. Arno and I got into an argument about development. I found their way of life idyllic. They had enough to eat, donkeys and camels for transport, beautiful large houses with courtyards. They live right on the Nile river which supplies them with fish. Trucks are coming once in a while for the villagers to trade or buy stuff. Arno’s position was that the government denied them the right of civilisation. He wants cell phones for the people, electricity, cars – our way of life. We did not come to a conclusion. The road was still bad. We did not manage more than 15-20 km per hour, but since we saw people and lovely landscape, it was half as bad. We hit sandy stretches, but not like in the morning. We stopped in the early afternoon, having done only 85 kilometers of the 316 kilometers. The spot was magic. We were surrounded by palm trees and fields and right on the Nile. Across from us, on the other river bank, we looked at a fortress. We could not find out which one. It was an old mud fortress – beautiful with the sun setting behind it. Our motorcycle bikers saw us and set up camp as well. I cooked for everybody – just a perfect day. October 27, 2005 -- SUDAN We tried in one settlement to get diesel. It was in a barrel. When we asked diesel, the answer was yes. When we asked petrol, the answer was yes. We decided not to risk it. In any case, we still had two plastic canisters of diesel with us. Enough to get us through to a larger village. We drove from 7:30 a.m. to 5:30 p.m.. with only a short stop. Just only because we wanted to get out of this rock desert, this hostile environment, this terrible corrugated piste. Arno said that if he would have had false teeth, he would have lost them by now. The „road“ was bumpy like crazy. We felt sorry for everybody who had to drive on it, including ourselves. We bought water and cold drinks and got ripped off again with the price. I would like to tell that African, how it would be when they shop in Europe and because of the color of their skin, the prices jump skyhigh. But since we do not speak Arabic, we paid and had our water. We finally set up camp in the desert only to find our „plastic kitchen cabinet“ had had it. It broke sending its contents all over. Nearly all of my spices broke or the top came off, spilling it everywhere. The tea bags were soaked in the pickled peppers juice. Broken glass was everywhere as well as the dried milk, cereal, noodles, sugar. Arno and I decided to go to sleep immediately. No dinner, no cleaning up – we could not handle it! October 26, 2005 -- SUDAN At noon we got the good news. Our barge made it to Wadi Halfa. We raced to the port and were relieved to see car and trailer still intact. The captain demanded a bakshish – money for taking so good care of our car. I could have killed him. We paid so much money to only have onion bags piled on top of it! It did not take long to drive off – only to be stopped at the gate for the usual bureaucratic procedures. We had to register the car. It „only“ took 5 hours in the sun (counting the time of arrival until we drove into Wadi Halfa). And we „only“ paid 23.600.- Sudanese pounds – 82.- US$ – to drive into Sudan. Some African countries like to milk the „European cows“. We decided to leave Wadi Halfa and the Nile Hotel as soon as we could. Arno and I rather sleep in our clean tent and use the desert as bathroom than stay with hundreds of others in creepy surroundings. October 25, 2005 -- SUDAN October 24, 2005 -- EGYPT We quickly got our bedding from the car. Luckily! We would need it again. Arno and I read to pass the time. We met with the Austrian motorbike driver Wolfgang from Moedling near Vienna and the German bicycle rider Uli. He was working in computers until he had had it. Now he is taking a year off to cycle all the way to Capetown. His wife is meeting him at X-mas in Kenya. Wolfgang was working in the medical technical field, quit his job to drive with his bike through Africa. We later met 2 other motorcycle riders. One is from the Netherlands. Again he quit his job, sold his house and is off for an around the world tour. The other one is from Britain. 65 Years old and just retired. He was 35 years in the British forces as a pilot. Mike even survived a helicopter crash, is walking with a cane, but is one hell of a motorcycle rider. Shortly before 5 p.m. we suddenly saw the ship moving away from the dock. Arno and I dashed to the ship opening. Our car was still on land. But they only moved the ship away so that the people would not throw more stuff onto the boat. It was finally time to drive the car and trailer onto the barge. We did not see any space for it. Not only the hull of the boat, but the deck as well was piled up with goods. Somehow they managed to make place for our car, trailer and three motor bikes. But on top they threw more goodies. The motorcycles were underneath bags of onions. Our trailer was covered nearly as well. Only the roof of the car was still visible. It is a weird feeling. One was not sure to ever see the car again. We were certain that this thing called barge would sink to the bottom of Lake Nasser. Later to be used for scuba divers to swim around in. We were also not too sure to make the 17-hour trip across the dam. Our boat was overcharged as well – with people and with goods. Now we know when ships run aground in those parts of the world, why so many people usually do not make it. I wonder what maximum amount of weight is allowed and how much was over that limit. We even got one free meal with our 830.- Euro ticket. They served beans (ful in Arabic), bread and liver. We went to sleep fully dressed. Somehow the whole appearance of the boat did not allow for washing or undressing. October 23, 2005 -- EGYPT Lunch was again in the room. Ramadan punishes us thoroughly. We only managed to eat three meals in a restaurant since we came to Africa. One pizza in Tunesia, a real meal with the Coptic christians in Luxor and tonight at the Aswan Moon restaurant – a floating restaurant on the Nile. What we learnt later was that the restaruant next door served even real beer. Too late! We watched the sunset in one of the many parks on the Nile. The traditional sailing boats were on the river – quite romantic. October 22, 2005 -- EGYPT We left with the afternoon convoy to Aswan (7 a.m., 11 a.m. and 3 p.m.) Since the terrorist attack in Luxor, police is everywhere where tourists are. Egypt lives from tourism. An attack like that and the last one in Sharm-el-Sheik can cripple the country. Therefore, plenty of police with machine guns were around us. It is a three hours drive from Luxor. The police managed to loose us halfway. We were three: an Austrian on a motorbike, a TUI bus with about 12 Europeans and ourselves who were the slowest. The sirenes were blasting through the villages and the tires were screeching. We decided to go at our pace. The sun went down at 5:30 p.m. when the Muslims can eat again. In every village people were waving at cars to stop and eat with them. They even wanted us to share their meal. The drive is absolutely beautiful. The nile valley with palm trees, incredible green gardens and then the divide towards the desert mountains. We passed through many small settlements of traditional brick huts. Time has not changed there since many years. The police managed to show up again shortly before Aswan. I guess they stopped at one of the free food places in a village. Before we were dodging non-lit donkey carts, people and cars which also had no lights on. The Egyptians behave as if they want to save on energy and drive at night without lights. They flashed at us because we had ours on. Our police escorted us to a camp site which did not exist anymore. We drove around at night to find a decent place to sleep. All the big hotels were out of the question (from 140-400 Euros). Since most tourists come on boats, Aswan has few hotels. We finally found one right in front of Elephantine Island. We have a beautiful view of the Nile and the price is usually 60.- Dollars. I managed to bargain them down to 40.- Dollars. Again everybody is extremely helpful and friendly. The roads to Aswan are excellent as in the rest of Egypt. I would have liked to stay longer in Luxor at the campsite and visit the temples again. It is my fault that we had to „race“ through the countries so far. Our reservation for the boat on the Aswan dam was fixed. We should have left one week earlier from France. But I still had to work on my Bolivian documentary in Vienna. We managed but from now on, more sightseeing and stopping will be nice. Tomorrow we have to go to the River Nile Company to have all the bureaucratic stuff done for our crossing into Sudan. October 21, 2005 -- EGYPT Since Arno and I did the usual tourist stuff in Egypt before, we are glad that we drove the 1200 km through the desert instead of going to all the temples etc. again. The villagers are extremely friendly – actually everybody we met so far. We stopped again for a picnic. The farmer came immediately to offer us water to drink. He left with a new pair of trousers. A few minutes later 2 farmers with a little girl showed up (called by the former). They also got pants and a sweater. After that we packed up quickly since the third farmer on a tractor was waved to stop for goodies by the other people. But nobody begged and everybody appreciated their new clothes. In the end, they helped us as well. They offered us water and food. They are not allowed to swallow anything during the day, but wanted to give us something. The roads are all excellent. Driving through the El Kharga oasis to Mut to Luxor, one has an ever changing scenery in the desert. From interesting rock formations to sand dunes, flat desert to rocky desert hills. We did from France so far 7200 kilometers with no problems. For my taste, we did too much driving, but we need to meet the boat to Sudan on Monday. After Sudan, we will take more time whenever we want. October 20, 2005 -- EGYPT The hotel people helped us finding a gas bottle. Ours was nearly empty. In Egypt they have different valves. We had to buy a new one. Finally we drove off to the Farafra oasis and the white desert. There are beautiful limestone formations done by the sand and the wind. They look like sculptures. We had lunch in the white desert. No other people, nice temperature, a little wind – just perfect. On the way we ran into many police check ups. They usually write down the license plates and give you a wide smile when you say Alemania. At one check point, the police guy said or at least what we understood „robbers – no police“. What finally came out of this was „Robert – no police“ until he showed us a paper. Robert somebody from Switzerland had signed a paper that he does not want police escort driving through the desert. Well, we did the same. We wanted to continue to the Dakhla oasis 280 km from Farafra but because of stopping and filming we did not make it. We spent the night in the desert. Sergio – our Portugese backpacker – did not have a sleeping bag. I gave him mine and he slept in a sand dune, protected from the wind and the chilly temperature during the night. October 19, 2005 -- EGYPT Shortly before Alexandria we found the new highway which halfway goes into the old highway from Alexandria to Cairo. The new one saves about 70 km of driving. It goes past El Alamein where 1939-1942 big battles between the Allies and first the Italians, then the Germans armies happened. Their cemeteries are all located around El Alamein. We stopped at a first class shopping center built near the new highway. But also in Egypt, because of Ramadan, only non-alcoholic beer is available. Got lost in Cairo looking for the desert road. Had also problems to find diesel. We had to stop at the Hilton hotel to ask. They directed us to both. We were on the 1200 kilometer long desert road going to the Bahariya oasis. We stopped at the Bawati oasis (there are several oasis villages) looking for the International Hot Springs Hotel which was mentioned in many guide books. It took us 1 ½ hours. The directions were not good. I saw the sign to the hotel, but the distance mentioned was washed out. We drove into a village and decided it could not be there. If we would have continued, we could have saved time. The hotel is run by a young German with his Japanese wife. It has a beautiful tropical garden and a hot tub. The 45 degree water comes from natural wells underground. October 18, 2005 -- LIBYA/EGYPT We spent 1 ½ hour at the Libyan border where luckily our guide had to go through all the procedures before we continued to the Egyptian side. We were greeted with „Oh Germans – very good. Hitler very good“. They did not understand our negative attitude to the Fuehrer. Then they ask „Have fire?“. We had read not to give them fire for their cigarettes or whatever, otherwise one ends up hours longer at the border. They wanted to know about fire extinguisher which we luckily had in the trailer. Next stop was the police engine shop. „Open coffin“ was the next order. He meant the hood! The following steps we had to go through:
All the offices are not next to each other.... We were extremely lucky. It only took 3 ½ hours. We spent 1170.- Egyptian Pounds which equals at the time of writing 170.- Euros (1 Euro = 6.87 Pounds). They were extremely friendly. Arno and I were only tired of smiling at them for the last 3 ½ hours. We spent the night 70 kilometers away from Marsa Matrouh looking for rest camps or anything – nothing. Finally we pitched tent next to a police road check point. The whole night trucks were screaching next to our sleeping place. October 17, 2005 -- LIBYA We looked at an Greek settlement from 600 B.C. which was next to our hotel. If one compares it to the Roman ruins, it is not spectacular. On guide told us that the Libyan Government does not spend much money for the antiquity. He also revealed that he has to write a report after the visit with the foreigners. It is like it used to be in the old UdSSR. The drive from Bengazi to Darnah was very nice. Not many people live there, therefore, not much garbage. Rolling hills with pine-like trees. After Darnah it turned again into a semi-desert. We drove to Al Burdi where we slept in a newly constructed truck stop building (Al Burdi Highway Service). One shares the kitchen and the toilets. We were the only ones staying the night. There was also a hotel, filling up station , shop. Apparently they want to build a few of those in the next years. Libya still has not enough infrastructure for tourists. The place was close to the border. We decided to take a room. Luckily! The youth of the region played several soccer games until midnight right where we had at first decided to pitch tent. October 16, 2005 -- LIBYA October 15, 2005 -- LIBYA October 14, 2005 -- TUNISIA/LIBYA October 13, 2005 -- TUNISIA October 12, 2005 October 11, 2005 October 10, 2005 We were lucky – all our things dried, even though we had later on some drizzle again. Arno and I went to Cefalu, an old seaport, in Sicily. We got word that the ferry was canceled for the evening because of Ramadan. What the holy Muslim festival has to do with a ferry schedule is beyond me. Perhaps Allah likes to travel during the day better than at night. We do not. Because of the change, we will lose one day in Tunesia. Arno took along a satellite radio which works great when you find south on the planet. We heard about the terrible earthquake in Kashmir. Both sites I know well and can image what havoc it did to the people. I had covered a few years ago the earthquake in Gujarat, India where over 20.000 people died. One cannot image what a city looks like, what people have to suffer, what chaos it is until organized help arrives. We also heard Merkel being the next chancellor with the big coalition in Germany which did not make us happy. This solution is definitely not the best for Germany. Both sides are too different to make Germany prosper. Merkel does not have enough support in her party either. Will see what happens in the next months. October 9, 2005 October 8, 2005 October 7, 2005 October 6, 2005 October 5, 2005 Just imagine that in America. They could be sued for millions of dollars. The kids liked the ride, but mom was nervous. This time it is only the two of us. From our camping site we see the harbor of Sorrento and across the water Napoli. Tomorrow we want to visit Amalfi and Positano again before we set off for Sicily. October 4, 2005 In any case, we had a bad experience with a horse carriage driver. The guy took us for a ride. And anybody who knows me , knows how I hate being taken advantage off. The 50 min. ride turned out to be 25 min. long. We did not see the Panthenon and the Trevis fountain – even though promised. I went to the police to file a complaint. But without much Italian – not much luck. At least we got the address of the municipality. We will write a letter complaining of Giovanni or whatever his name was. We have the exact name and the carriage number, but it does not matter what Italian name they have, they all seem to be in cahouts with each other to take the money from tourists. But at least we had a great lunch. We managed to be the only non-Italians in that restaurant, making it a special occasion. In the evening, some people admired our tent. It does look out of space in Europe because the tent is on top. We manage quite nicely now to put it up and down. After several months, we will be speedy gonzalez. In any case, we spent the evening with Maggie and Len from Australia. Well not exactly. It turned out that they „used“ to be Americans who left in the late sixties to Australia. But it is always the same: the people who talk to you out of the blue are either Americans, Australians, Africans. I guess the Europeans are not at ease with themselves to start a conversation. Well, whatever. You know where my heart belongs – it is definitely not Europe. The weather does not help either – it is as cold as most of the people. October 3, 2005 October 2, 2005 Before we left, it rained already two long days and now it is the fifth day of rain – at least in Italy it is off and on. We drove through the Aosta valley which starts after the Mt. Blanc Tunnel. It is the divider of France and Italy. The last time we drove through there, we still had to exchange French Francs into Lira. Luckily, that is history as well as the border crossings. Aosta has nothing much too offer. After the tunnel, there are shops and restaurants, but otherwise nothing else which asks a traveler to rest. The first day because of rain, we just continued to drive near Rapallo where we found our camping. It was already dark and to set up the tent for the second time (the first time was still in France), was definitely not easy. October 1, 2005 We lived in Johannesburg from 1995 to 2001 and during that time, we explored all of the South African countries with a VW Camper. Back then, we already dreamed of a trip through all of Africa, but only now do we have the time for it. Our planned route will take us through Italy - including Sicily - then to Tunisia by boat and from there through Lybia and Egypt. To cross from Egypt into Sudan, we again have to take a ferry, this time over the Aswan dam. The boat only runs once a week and from what we've read online, it is pretty chaotic most of the time. But that doesn't deter us in the least. While in Sudan, we will be stopping in Khartoum before continuing toward Ethiopia, a country that I have already visited twice. It will probably be the country with the richest cultural history on our route. After Ethiopia, we will cross Kenya and Tanzania and visit their beautiful nature parks. We will also make a stopover in Zanzibar, which is known for its charm. From Tanzania, we will continue through Malawi, the northwestern tip of Mozambique and finally Zimbabwe to reach South Africa. From all the countries on our route, I have been at least once in all but Tanzania. Arno will discover Lybia, Sudan, Ethiopia, Kenya and Tanzania for the first time. We expect our planned route, which goes partly on asphalted roads and partly through rough terrain, to total approximately 24,000 kilometres. We are planning to arrive in South Africa right in time for Christmas. So then, Africa here we come! October 1 - November 1, 2005: France, Italy, Tunisia, Libya, Egypt, Sudan |